ÜBER MICH

Konkrete Kunst und Bäume im Frühling

Schon viele Jahre schaue ich durchs Schlüsselloch ihres Ateliers und frage mich: Was tut sie da?

Zielsicher werden da Flächen und Formen durch Linien und eigenartig dunkle Gebilde durchtrennt. Industrielandschaften, das ist doch klar!

Sicher gesetzt und zerlegt, wie bei Mondrian wird da analysiert und seziert. Die Essenz eines Ortes.

Ihre Freude scheint darin zu bestehen, die Realität durch eine Art Abstraktionsmaschine laufen zu lassen und mir als betrachtende Spionin die Aufgabe zu überlassen, einzelne Bildelemente und deren Motive zurück zu verfolgen. Meine Rätselraterei beginnt Spaß zu machen, ich kann förmlich die kleine Lore, gefüllt mit Kohlen, an mir vorbei rattern sehen. Farben sind auch in ihren Bildern, viel zu hell ( vom Weiß), um dreckig zu sein, zum Leuchten gereizt vom Schwarz und Umbra. Grau und Oliv bieten einen hervorragenden Boden für leuchtende Lichttöne, womit wir den Bogen zwischen Industriemotiv und der sich wiegenden Birke im Wind finden.

Nur soviel, hier lohnt sich Werksspionage, weil sie einen in den Bann rätselhafter Geschichten zieht, die zwischen flächiger Harmonie und linear verbreiteter Regelwidrigkeit Kreativität zum Ausdruck bringt.

 

Katharina Schnitzler